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ZH: Bisherige Ständeräte wiedergewählt – Keine Chance für Blocher

Samstag, 26. November 2011, 23:38 Uhr, Aktualisiert 27.11.2011, 16:04 Uhr

Auch im Kanton Zürich ist der Angriff der SVP auf den Ständerat erfolglos geblieben. Christoph Blocher hatte auch im zweiten Wahlgang gegen die beiden Bisherigen das Nachsehen. Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (GLP) schafften ihre Wiederwahl problemlos.

Diener und Gutzwiller gewinnen Wahl (Entscheidung11, 27.11.2011)

Gutzwiller erhielt 239'005 Stimmen, auf Diener entfielen 214'436 Stimmen. Beide lagen damit deutlich vor Blocher, welcher 123'939 Stimmen erreichte. Ebenfalls angetreten waren drei Aussenseiter, sie hatten aber keinen Einfluss auf den Wahlausgang. Die Wahlbeteiligung betrug 42,33 Prozent.

Endresultat 2. Wahlgang

Blocher zu seiner Niederlage (Entscheidung11, 27.11.2011)

Damit wird der Kanton Zürich im Stöckli weiterhin von einem Freisinnigen und einer Grünliberalen vertreten. Gutzwiller und Diener waren vor vier Jahren beide neu in den Ständerat gewählt worden. Auch damals war ein zweiter Wahlgang nötig gewesen, Gutzwiller hatte es aber bereits im ersten Anlauf geschafft.

Erstmals beide in zweiten Wahlgang geschickt

Dass beide Bisherigen zu einem zweiten Wahlgang antreten mussten, war zum ersten Mal in der Geschichte des Kantons Zürich nötig. Diener und Gutzwiller waren im ersten Durchgang noch von Kandidierenden der SP, der Grünen, der CVP und der EVP herausgefordert worden. Diese hatten sich dann jedoch für den zweiten Wahlgang zurückgezogen.

Gutzwiller und Diener konnten neben der Unterstützung durch ihre eigene Partei auch auf die Stimmen von CVP und BDP zählen. Keine Empfehlung abgegeben hatte die SP. Die FDP setzte allein auf ihren eigenen Kandidaten, die GLP und die Grünen unterstützten nur Diener.

«Polarisierende Politik hat keine Zukunft»

Die GLP-Ständerätin zeigte sich sehr erfreut über den Wahlausgang. Sie habe nicht mit einem so guten Resultat gerechnet, sagte Diener. Die Zürcher Bevölkerung habe damit aber auch gezeigt, was sie wolle und was nicht. «Polarisierende Politik hat keine Zukunft», sagte sie.

Das gute Ergebnis bringe auch Verpflichtungen mit sich, sagte Gutzwiller im Anschluss an die Wahl. Und er zeigte sich überzeugt, «dass sich der eigenständige Wahlkampf der FDP gelohnt hat». Er freue sich sehr über sein Resultat. «Ich habe gekämpft bis zum Schluss», sagte er.

«Alle gegen die SVP»

Der Sturm aufs Stöckli, wie ihn die SVP im Vorfeld der nationalen Wahlen angekündigt hatte, blieb also auch im Kanton Zürich ohne Erfolg. Christoph Blocher machte im zweiten Wahlgang gar rund 7000 Stimmen weniger als im ersten Durchgang. Auch in seiner Wohngemeinde Herrliberg erreichte er nur den dritten Platz.

Die SVP sprach in einer Mitteilung von der «logischen Konsequenz aus der Anti-SVP-Koalition». Die Ausgangslage habe geheissen, alle gegen die SVP. Immerhin sei es der Partei gelungen, die Bisherigen in einen zweiten Wahlgang zu schicken. Dann sei aber der «eigentliche Feldzug gegen Blocher und die SVP» erst losgegangen.

(sda/schj/buet)